Мурашова
Е.А.
(ГОУ ВО Таганрогский институт
имени А.П. Чехова (филиал) ФГБОУ ВО «Ростовский государственный экономический
университет (РИНХ))
Zu den Wurzeln der deutschen
Grammatik
Die Wurzeln
der theoretischen Grammatik der deutschen Sprache gehen auf die Arbeiten der
hochgebildeten Mönche des Mittelalters, die schon in der althochdeutschen Zeit
(750-1050) Latein als Staats- und Wissenschaftssprache und somit auch
lateinische Grammatik gelehrt und gelernt hatten und ihre Kenntnisse für die
Sprache des Volkes zu nutzen versuchten [5, c. 111].
Die erste
überlieferte Schrift mit den intuitiven Bemerkungen zur Grammatik der deutschen
Sprache stammt von Otfrid von Weißenburg (um 790-875), einem Schüler des
Priesters und Mainzer Erzbischofes, Universalgelehrteren, Lehrer und Autors und
zugleich dem ersten namentlich bekannten althochdeutschen Dichter - Hrabanus
Maurus (um 780-856). In dieser Schrift versuchte Otfrid von Weißenburg
Volkssprache Deutsch nach dem lateinischen Vorbild als eine grammatisch geregelte
Schriftsprache darzustellen. Von dem breiten Publikum war aber dieser Versuch
nicht rezipiert.
In der
mittelhochdeutschen Zeit (1050-1350) gibt es nur einzelne literarische
Anspielungen zur Grammatik der deutschen Sprache. Die Volkssprache wird oft als
„ungebändigt und schwer in Form zu bringend“ dargestellt [2, c. 70].
Ein spezielles Interesse des breiten Publikums
für grammatische Fragen der Volkssprache (in der ersten Linie für ihre Orthografie)
entstand erst in der frühneuhochdeutschen Zeit (1350-1650), als es sich nach
der Erfindung des Buchdrucks eine umfangreiche deutsche Schriftkultur
auszubilden begann. Die ersten deutschen Orthografien erschienen am Ende des
15. Jahrhunderts. Darunter das Buch „Teutsche Grammatica…“von Valentin Ickelsamer
(um 1500-1547), das im Jahre 1534 als das erste Buch mit dem Wort „Grammatik“
im Titel gedruckt worden war und die Anleitungen zum Lesenlernen und damit vorwiegend
orthografische Probleme erläutert hatte [4, c. 51-64]. Bis zu dem Jahr 1663
wurden die Grammatikschriften für Deutsch als Volkssprache nur in der
lateinischen Sprache abgefasst. Nur im Jahre 1663 wurde „Ausführliche Arbeit -
Von der Teutschen HaubtSprache“ - eine Beschreibung des Deutschen in der
deutschen Sprache von Justus Georg Schottelius (1612-1676) veröffentlicht. Die
Arbeit fasste alle dem Autor bekannten sprachwissenschaftlichen Probleme
zusammen (darunter Probleme der deutschen Sprachgeschichte, terminologische,
etymologische und orthografische Spekulationen, Spekulationen über volkssprachliche
Dialekte) und erweiterte sie als eine umfassende Darstellung des damaligen
Deutschen [3, c. 4]. Die Nachfolger von Justus Georg Schottelius betrachteten das Deutsche
als eine grammatisch beschreibbare Sprache und konnten ihre Arbeiten auf seinem
Werk aufbauen.
In der neuhochdeutschen Zeit (seit 1650) existierte schon eine etablierte
Tradition der theoretischen Grammatik der deutschen Sprache. In erster Linie
ist hier das Werk von Johann Bödiker (1641-1695) „Neu-vermehrte Grund-Sätze der
deutschen Sprachen im Reden und Schreiben“ [1] zu nennen. In diesem Werk hat
Johann Bödiker zum ersten Mal den Begriff „deutsche Philologie“ geprägt.
Literatur
1.
Bödiker
J. Neu-vermehrte Grund-Sätze der deutschen Sprachen im Reden und Schreiben / J.
Bödiker. – Berlin : Meyer und Zimmermann, 2021. – 582 S.
2.
Haug
W. Literaturtheorie im deutschen Mittelalter von den Anfängen bis zum Ende des
13. Jahrhunderts : Eine Einführung / W. Haug. – Darmstadt : Wiss. Buchges.,
1985. – 408 S.
3.
Schneider
R. Der Einfluß von Justus Georg Schottelius auf die deutschsprachige
Lexikographie des 17. und 18. Jahrhunderts / R. Schneider. – Lang, Frankfurt am
Main u. a. 1995. – 205 S.
4.
Schnurrer
L. Valentin Ickelsamer (ca. 1500-1547), Laientheologe und Pädagoge // Fränkische
Lebensbilder Bd. 19 (Fränkische Lebensbilder, Reihe VII A, Bd. 19) / L.
Schnurrer. – Würzburg 2002. – S. 51–64.
5.
Weber
H. Die Ausbildung der deutschen Grammatik (einschließlich der niederländischen)
[Электронный ресурс] // Histoire Épistémologie. Langage, tome 9, fascicule 1, 1987. Les
premières grammaires des vernaculaires européens. – Pp. 111-133. – Режим доступа : https://doi.org/10.3406/hel.1987.2243. – 7.09.2021.
Комментариев нет:
Отправить комментарий